Was bedeutet systemisch?

Für die allgemeine Systemtheorie gibt es viele Gründungsorte und Pioniere. Sowohl in den Natur- als auch in den Humanwissenschaften wurden während des 20. Jahrhunderts Konzepte entwickelt, um die Wechselwirkungen verschiedener Elemente oder Bestandteile in erkennbaren biologischen, physikalischen, chemischen und nicht zuletzt zwischenmenschlichen Systemen beschreibbar zu machen. Die Systemtheorie ist Wegbereiterin für ganzheitliche und ökologische Erkenntnisse über unsere Lebensbedingungen.

In der Psychologie, Soziologie, Pädagogik und allgemein in allen Humanwissenschaften hat die Systemtheorie dazu geführt, Kommunikations- und Interaktionsmuster als wesentlichen Bestandteil zwischenmenschlicher Beziehungen und ihrer Probleme zu beschreiben. Folgerichtig gibt es in systemischen Beratungs- und Therapiekonzepten andere Erklärungsmodelle für soziale oder psychische Auffälligkeiten als in den medizinischen Modellen der Störungs- und Krankheitslehre. Probleme und Auffälligkeiten sind nicht als Krankheiten oder pathologische Entwicklungen zu verstehen, sondern als verstehbare Reaktionen in problematischen Situationen und auf unübersichtliche Anforderungen. Symptome oder Störungen werden in der Systemischen Beratung und Therapie als Lösungsversuche verstanden, die bisher leider nicht zur erwünschten Lösung geführt haben.

Systemisches Arbeiten hat sich in Beratungs- und Therapiezusammenhängen weit verbreitet, unterliegt einem gewissen Modetrend und wird mittlerweile auch etwas inflationär im Feld der Beratung, der Supervision und des Coachings als Marke angeboten. Die Vielfalt der systemischen Methoden und Ansätze sollte von Kunden und Ratsuchenden durchaus kritisch betrachtet werden, denn nicht überall, wo systemisch draufsteht, ist auch systemisch drin.

Und was bedeutet systemisch am BIF?

Am BIF lassen sich systemische Grundhaltungen verwirklichen, weil die Kolleginnen und Kollegen sowohl als Dozenten und Lehrende arbeiten, als auch Praktiker in ihrem jeweiligen Feld sind. Unser Team und auch die Weiterbildungsteilnehmer kommen aus verschiedenen Berufsgruppen und vertreten verschiedene Ansätze. Das BIF hat sich in der Lehre und in der Praxis nicht einer Schule verpflichtet, sondern lebt von den unterschiedlichen systemischen Konzepten und vielfältigen Stilen und den Menschen, die diese anwenden und vertreten.

Wir Kolleginnen und Kollegen verwirklichen in unserer Institutskultur eine systemische Grundidee, indem alle Mitarbeiter gleichermaßen an wichtigen Entscheidungen beteiligt werden und in ihrer Arbeit dennoch möglichst autonom bleiben können. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten ist also auch bei uns mehr als die Summe aller Mitarbeiter.

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